Montalbera
Montalbera Ruche'
Blick vom Unternehmen auf das Schloss von Montemagno
Franco Morando erzählt persönlich.
Ruché
Der Rote Prinz von Monferrato
Mit dem Jahrgang 2010 wurde ihm die kontrollierte und garantierte Ursprungsbezeichnung D.O.C.G. verliehen, eine weitere Anerkennung der großen Qualität dieses autochthonen Rotweins. Obwohl er nicht zu den bekanntesten Weinen zählt und als einer der "kleinen D.O.C.G.-Sorten" des Piemont gilt, wird der Ruché di Castagnole Monferrato mit den gleichnamigen Trauben hergestellt. Der Ursprung dieses besonderen Anbaus ist wie sein Name ungewiss. Die kontrollierte Herkunftsbezeichnung kommt erst 1987 in die Orte Castagnole Monferrato, Grana, Montemagno, Portacomaro, Refrancore, Scurzolengo und Viarigi, die alle in der Provinz Asti liegen und aneinander angrenzen. Es ist ein kleines Exzellenzgebiet, in dem aus der Weisheit der Winzer eine Mischung aus Leidenschaft für den Rebstock, der Beziehung zum Land und dem Streben nach önologischer Innovation entstanden ist. Jede der sieben Orte des Ruché hat seine eigene Pracht, mal ein Schloss, mal eine Kirche oder ein malerisches Dorf, aber ganz sicher mehrere ausgesuchte Restaurants und hervorragende Kellereien, aus denen der viel geliebte autochthone Traubensaft "sprudelt".

Die im Jahr 2001 neu interpretierte Produktionsdisziplin sieht vor, dass der Ruché di Castagnole Monferrato D.O.C.G. aus mindestens 90 % Ruché-Trauben hergestellt werden muss, während die restlichen 10 % nach Ermessen des einzelnen Herstellers aus Barbera- oder Brachetto-Trauben bestehen können. Da es keine bestätigten bibliographischen Hinweise gibt und die mündlichen Überlieferungen über die Ursprünge der Sorte äußerst vage sind, umgibt diesen Wein ein Schleier des Geheimnisvollen, der ihn über die Jahrhunderte so faszinierend hat werden lassen. Die Etymologie dieser Sorte ist ungewiss, da die lokale Ortsnamenkunde selbst in älteren Zeiten keinen Ort kennt, auf den der Name Ruché eindeutig zurückzuführen wäre. Den Namensursprung umranken daher zahlreiche Legenden, von denen eine besagt, dass er aus "San Rocco" stamme, einer diesem Heiligen ergebenen Mönchsgemeinschaft, die den Anbau in der Gegend eingeführt haben soll. Andere wiederum führen den Namen auf den Begriff "Roncet" zurück, eine ansteckende Entartung, die in der Vergangenheit die Weinstöcke des Gebiets angriff und der gegenüber sich der Ruché als besonders resistent und robust erwies. Eine weitere These lässt vermuten, der Name stamme vom piemontesischen Begriff "Roche" ab, der die im Gebiet von Monferrato angebauten Rebstöcke bezeichnet. Neuere Studien und sorgfältige Untersuchungen der Rebsorte und seiner Eigenschaften haben scheinbar ergeben, dass der Ruché aus den antiken Weinbergen von Obersavoyen stammt. Diese Version ist zur Zeit die glaubwürdigste, wenn auch nichts vollständig abgesichert ist. Das Geheimnis des Ruché bleibt demnach vorerst ungelöst, während das einzig Sichere die Emotionen sind, die er bei jedem Schluck zu wecken in der Lage ist. Dieser magische Wein verdankt seine ersten Anzeichen von Bekanntheit unter den Kennern zwei Persönlichkeiten aus Castagnole Monferrato. Da ist zuerst der Pfarrer, Don Giacomo Cauda, der sich Ende der siebziger Jahre mit großer Begeisterung der Ruché-Herstellung widmete. Eine weitere wichtige Rolle spielte auch die Bürgermeisterin Lidia Bianco - ehemals Sekretärin der Landwirtschaftsschule in Asti - die sich um die Anerkennung der kontrollierten Herkunftsbezeichnung DOC (Denominazione di Origine Controllata) bemühte, die das Gebiet im Jahr 1987 erhielt.

Als 1964 Don Cauda nach Castagnole Monferrato kam, übernahm er auch die "Pfründe" der Pfarrei, zu denen unter anderem ein kleines bestocktes Grundstück gehörte. Die roten Trauben erweckten sogleich Interesse und Begeisterung in dem jungen Priester, der sich daraufhin sofort in die Arbeit stürzte und ihnen zu neuem Leben verhalf. Die Verarbeitung jener roten Trauben zu Wein schenkten Don Cauda Emotionen und Zufriedenheit wie ein "Geschenk Gottes", ein Element, das mehrmals als eine der großartigsten Eigenschaften des Ruché beschrieben wurde: "Er hat einen perfekten Körper und eine Balance von einzigartigem Aroma, Geschmack und Bouquet. Ein maßvoller Genuss befreit den Geist und öffnet die Sinne..."

Der Ruché di Castagnole Monferrato war geboren.

Früher war der Ruché für die Menschen der "Festwein", ein Wein, der sich als Alternative zu den täglich konsumierten Traubensäften anbot und mit der Zeit einen legendären Nimbus erhielt. So wurde besagter Nektar in der allgemeinen Vorstellung zu dem Wein, der die Heere aus Asti auf den Kreuzzügen begleitete und zum Sieg der Langobarden gegen die Franken nahe Refrancore beitrug.

Faszination und Mysterium dieses Weins sind real, seine Ursprünge den meisten unbekannt, sein besonderer und einzigartiger Geschmack unterscheiden ihn deutlich von allen anderen klassischen piemontesischen Weinen und machen ihn zu einer echten Perle des Weinbaus in dieser Region, die von vielen als "die andere Seite des Piemont" bezeichnet wird

Ein einfach entstandener Wein, der auf ebenso einfache Weise viel mehr Emotionen zu wecken versteht, als andere, sehr viel edlere Rebensäfte. Denn die Leidenschaft, die aus jeder einzelnen Phase seiner Herstellung hervorgeht, ist bis heute unerreicht.
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